Sonntag, 8. September 2019

Lady Snowblood

3,5 von 5 Sterne

Tja, hier ein sehr alter Stoff im neuen Gewand, zumindest habe ich die neue Auflage gelesen. Das bedeutet natürlich nicht, dass sich der Manga von der Originalausgabe inhaltlich oder visuell groß verändert hat. Was bei meiner Version jedoch auffällt ist die Tatsache, dass der Druck dem westlichen Standard entspricht, d.h. es ist wie ein Comic gehalten. Da auch sonst die Form des Mangas sehr schlicht und einfach ist, also nicht vergleichbar wie z.B. Peacemaker, in dem die Charaktere manchmal über die Paneele herausragen, eignet sich Lady Snowbload auch für Nicht-Manga-Fans. Die Dialoge und die Bewegungen sind „langsam“ und nachvollziehbar. Das ist mit dem Erscheinungsjahr 1972/1973 zu begründen, damals waren die Mangas noch nicht so „hektisch“ und „überladen“. Der ein oder andere wird es jedoch auch als langweilig bezeichnen. Ich muss hier gestehen, dass auch ich ab und an die „Langsamkeit“ bemerkt habe.

Worum geht es: Lady Snowblood ist eine Auftragskillerin, die diverse Jobs erledigt um dadurch an Informationen über den Verbleib der Peiniger und Mörder ihrer Eltern und ihres Bruders zu bekommen. Dabei schreckt sich auch nicht davor ihre weiblichen Reize einzusetzen. Im Verlauf der Geschichte findet sie natürlich alle gesuchten Personen und tötet diese. Da ihr Werkzeug ein Schwert ist und die Zeit, in der die Geschichte spielt, die Meiji-Zeit ist. Da waren Feuerwaffen eher selten im Einsatz und die Samurai noch ein Bestandteil der Gesellschaft. So viel zu meinen geschichtlichen Fähigkeiten.
Trotz dem Missionscharakter der Handlung bliebt der rote Faden stets präsent, was die Geschichte interessant macht. Den Reiz macht natürlich auch das Setting, z.B. wird in einer Mission die damaligen Dildos abgebildet, die witziger Weise die Form eines Buddhas haben. Die sexuellen Darstellungen sind zwar eher „harmlos“, jedoch für das Jahr 1972 doch „pornografisch“.

In Summe ist Lady Snowblood ein Klassiker. Der Stoff und die Darstellung der Gewalt und Sexualität waren in dem Erscheinungsjahr ein „Hingucker“. Heute ist es jedoch wenig spannend. Bis auf Lady Snowblood gibt es keine wirklich nachhaltigen und interessanten Charaktere. Eine schlichte Racheorgie, die man lesen kann, aber nicht muss.

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