Samstag, 21. März 2020

Kingdom


4,5 von 5 Sternen

Kingdom ist eine südkoreanische Zombie-Serie, die ich mir auf Netflix angeschaut habe. Aktuell sind zwei Staffeln raus und nach dem Ende der zweiten Staffel zu urteilen, hat man sich die Option für eine dritte Staffel sehr weit aufgemacht. D.h. eig. bin ich hier noch nicht durch, doch die zwei ersten Staffeln haben doch einen gewissen Abschluss der Serie vollzogen, so dass ein Fazit doch möglich ist.

An sich ist es eine weitere Zombie-Serie, die ein gewisses Genre ansprechen will. Doch die geschichtliche Komponente, das Setting ist im 16ten Jahrhundert angesiedelt, lässt die Serie aus der Masse herausstechen. Darüber hinaus ist auch die südkoreanische Note für mich ein Qualitätsmerkmal. Meistens sind hier Ideen verarbeitet, die man in Hollywood-Produktionen vergeblich sucht. Zusätzlich zu dem Zombie-Thema kommen noch die politischen Verwirrungen der Zeit hinzu. Dabei kristallisieren sich auch tolle Charaktere. 

Das Tempo der Serie zieht sich durch die beiden Staffeln komplett durch und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Es ist auch mal interessant zu sehen, wie die Menschen auf eine Zombie-Epidemie reagieren, wenn keine hochgerüstete Armee zur Verfügung steht und man in den direkten Nahkampf gehen muss. Schwerter, Bögen, Lanzen und Musketen, die nicht über ein Schnellladesystem verfügen, müssen im Kampf gegen die Horden an Untoten ausreichen. So entstehen nicht wenige brenzlige Situationen. Die Hauptperson ist auch nicht auf der Suche nach einem sicheren Zufluchtsort, sondern verfolgt das Ziel die Epidemie auszumerzen und das Land von der Unterdrückung durch seine politischen Gegner zu befreien. Und dieser Spagat zwischen Zombie-Horror und Rachefeldzug gelingt ausgezeichnet.

Dienstag, 17. März 2020

Die Cloverfield-Reihe


4,5 von 5 Sternen

Ich finde es ist falsch die Cloverfield-Filme als eine Reihe zu bezeichnen, jedoch fällt mir keine bessere Beschreibung ein. An sich wurde hier etwas geschaffen, was ziemlich seltsam ist. Die Filme sind grundverschieden und doch verknüpft durch die Story, die jedoch sehr chaotisch miteinander interagiert.

Der erste Film war Cloverfield. Ein Monsterfilm gedreht in der Ego-Perspektive a la Blair Witch und sollte das Gefühl einer Amateuraufnahme vermitteln, während ein Monster New York zerstört. Der Film ist sehr rasant und kurzweilig und man muss nicht super aufpassen um mitzukommen.

Der zweite Film war 10 Cloverfield Lane. Ein „Kammerspiel“ mit drei Darstellern, die sich in einem Bunker verschanzt haben. Dabei ist bis zum rasanten Ende nicht klar ob es überhaupt eine Gefahr gibt. Gedreht wurde der Film „ganz normal“ und bildet das totale Gegenteil zum ersten Film.

Der dritte Film war The Cloverfield Paradox. Ein SciFi-Film mit einigen Schock-Momenten, jedoch wieder was völlig anderes als die beiden Filme davor. Doch dieser Teil bietet zumindest Ansätze einer Erklärung der ganzen Geschichte. Es wird längst nicht alles aufgelöst, so dass einiges weiterhin der Phantasie überlassen wird, doch es bietet zumindest einen roten Faden.

Auch wenn es verwirrend erscheint, so ist diese Reihe außergewöhnlich. Man bricht mit der Tradition, in den Fortsetzungen Fragen zu beantworten, sondern nimmt die Zutaten und mixt diese wild um. In jedem Film versucht der Zuschauer Punkte zu erkennen, die eine Verbindung, eine Struktur aufweisen und lässt sich so mitnehmen auf dieses Abenteuer. Ich finde das Experiment wirklich gelungen.