Sonntag, 25. August 2019

Attack on Titan

4 von 5 Sterne

Auf Netflix habe ich mir die verfügbare erste Staffel von Attack on Titan von Hajime Isayama angeschaut. Dabei ist mein Gesamteindruck positiv.

Worum geht es: Die Existenz der Menschen ist durch Monster, Titanen genannt, bedroht. Diese Monster sehen zwar dem Menschen ähnlich, wobei, wenn man das Figurendesign und die Darstellung der Titanen neben einander stellt, so ist besonders die Mimik unterschiedlich. Die Titanen haben auch nur ein Ziel: Menschen verschlingen. Dabei werden die Menschen nicht zwecks Nahrungsaufnahme gefressen, sondern nur aus dem Antrieb der Vernichtung. Die Menschheit hat sich hinter hohe Mauern zurückgezogen, da die Titanen dem Menschen physisch absolut überlegen sind. Darüber hinaus sind diese nur schwer zu töten, sie haben nur einen Schwachpunkt im Nackenbereich.

Die Gesellschaftsform entspricht der Monarchie und das Militär hat eine zentrale Bedeutung. Dieses gliedert sich in drei Bereiche:

Aufklärungstrupp, das außerhalb der Mauern agiert und die Aufklärung, Landgewinnung und „offensive“ Bekämpfung der Titanen durchführ. Der Aufklärungstrupp wird von den meisten Menschen kritisch gesehen und durch die zahlreichen Opfer je Mission als Todestrupp betrachtet.

Die Mauergarnison stellt die Verteidigung der Mauern gegen die Titanen. Sie soll die Titanen daran hindern die Mauer zu überwinden und soll mögliche Schäden schnellstmöglich ausgleichen. In der Serie versucht die Mauergarnison eine beschädigte Mauer und damit das Eindringen der Titanen ins Innere der Mauer aufzuhalten und durch eine Offensivaktion sogar rückgängig zu machen.

Die Militärpolizei ist die Schutztruppe des Königs und des Adels. Sie soll die Ruhe innerhalb der Mauern aufrechterhalten und überwacht alle Aktivitäten, die evtl. zu einer Rebellion führen können. Es ist die einzige Abteilung, die keinen direkten Kampf mit den Titanen vorsieht, auch wenn es in der Serie nach einem Zwischenfall dazu kommt. Das schizophrene an der Truppe ist, dass sie nur aus Top Rekruten besteht, die sich in der Ausbildung als die besten Kämpfer gegen die Titanen hervorgetan haben.

Der Protagonist schließt sich nach einem traumatischen Erlebnis dem Aufklärungstrupp an und hat sich zum Ziel gesetzt alle Titanen auszumerzen.

Der Plot ist auf jeden Fall etwas neues, ein Konzept, das ich bisher nicht gesehen habe. Die scheinbare Unbesiegbarkeit der Titanen ist immer präsent. Die Hintergründe, warum es die Titanen gibt und warum diese so auf den Menschen fixiert sind, wird erst im Verlauf der Serie geklärt. Auch die Konflikte innerhalb der Mauern zwischen den unterschiedlichen Zielen der jeweiligen Militäreinheiten führen zu einem Spannungsaufbau. Die Zeichnungen sind sehr gelungen und selbst im Kampf kommt man gut mit, obwohl dieser teilweise sehr dynamisch ist. Ein Markenzeichen der Serie ist die explizite Gesamtdarstellung, da beim Auffressen der Menschen nicht selten das ein oder andere Körperteil übrigbleibt. Auch bei der Zerstörung der Titanen, meistens mit Schwertern, wird viel Körperzerstörung betrieben.

Was mich jedoch bei der Serie etwas genervt hat, war die Zeit, die den Charakteren für ihre Verzweiflung eingeräumt wird. Was meine ich damit? Nun, die Serie beherbergt sehr viele unterschiedliche Charaktere, die von einer Minute auf die andere auch sterben wie die Fliegen. Und zwischen den Personen entstehen oft Dialoge, bei denen sie ihre Verzweiflung und ihre Angst schildern. Des Weiteren wird das gleiche Thema auch in Selbstgesprächen dargestellt. Ich verstehe vollkommen, dass man dem Zuschauer vermitteln soll, wie sich die Menschen in einer solchen Welt fühlen und was sie empfinden, aber wenn es ein gewisses Maß überschreitet, dann nimmt es der Geschichte den Flow, zumindest empfinde ich das so. Besonders unwichtig finde ich es, wenn es Charaktere sind, die nur bruchteilhaft etwas mit der Handlung zu tun haben und im nächsten Augenblick sich durch einen Handstreich in einen Blutfleck an einer Hauswand verwandeln. Wie dieses Thema im Manga behandelt wird, das kann ich nicht beurteilen, da ich diesen nicht gelesen habe. Im Anime ist das Thema jedoch überpräsent.

Bis auf diesen Punkt, ist die Serie sehr kurzweilig und ich habe die erste Staffel sehr gerne gesehen. Das Gute ist auch, dass wenn man die ersten zwei oder drei Folgen geschaut hat, dann weiß man genau ob einem die Serie zusagt oder nicht.